Zur Einordnung der Fremdgeh-Statistik

Österreich · Zahlen mit Einordnung

Fremdgehen-Statistik Österreich.
Die Zahl allein reicht nicht.

Wie häufig ist Untreue in Österreich? Wer eine Prozentzahl nennt, muss auch sagen, wer befragt wurde, wann und zu welcher Erfahrung.

Hier finden Sie ein österreichisches Umfrageergebnis, seine Grenzen und den Unterschied zu amtlichen Scheidungsdaten.

Quellen geprüft: 02.10.2026 · Erhebungsjahre jeweils gesondert ausgewiesen

Das Wichtigste zuerst

Eine Umfrage ist keine laufende Fremdgehquote.

Österreichische Befragungen liefern Hinweise auf berichtete Untreue. Die hier vorgestellte Erhebung stammt aus 2022; sie beantwortet nicht, wie viele Menschen heute oder innerhalb eines einzelnen Jahres fremdgehen. Scheidungszahlen beantworten diese Frage ebenfalls nicht.

Österreichische Selbstauskunft · Erhebung 2022

Was die untersuchte Befragung berichtet.

Schon einmal selbst untreu

25 %

Laut Parship gab ein Viertel der Befragten an, bereits in einer festen Beziehung untreu gewesen zu sein.

Selbstauskunft zu früherer Erfahrung; keine Jahresquote.

Steckbrief der Erhebung

Auftraggeber / Institut
Parship.at / Marketagent.com
Erhebungszeitraum
07.–16.03.2022
Stichprobe
1.000 webaktive Personen in Österreich, 18–69 Jahre
Veröffentlichung
19.08.2022
Einordnung des Herausgebers
Als bevölkerungsrepräsentativ bezeichnet

Quelle: Parship: österreichische Untreue-Studie 2022. Die Pressemitteilung enthält keine vollständigen Fragebogen-, Rekrutierungs- und Gewichtungsunterlagen. Die Repräsentativitätsangabe wird daher als Herausgeberangabe wiedergegeben, nicht als unabhängig bestätigtes Prüfergebnis.

Redaktionelle Einordnung

Vier Grenzen für jede Fremdgeh-Statistik.

Frühere Erfahrung ist keine aktuelle Häufigkeit

Die Frage nach einem Ereignis irgendwann in einer Beziehung unterscheidet sich von einer Frage nach den vergangenen zwölf Monaten. Solche Ergebnisse dürfen nicht als gleichartige Quoten nebeneinanderstehen.

Menschen sind keine Beziehungen

Eine Befragung von Personen erlaubt nicht automatisch eine Aussage über den Anteil betroffener Paare. Auch die Zahl einzelner Seitensprünge lässt sich daraus nicht ablesen.

Untreue braucht eine Definition

Sexuelle Kontakte, heimliches Küssen, Dating-Nachrichten und emotionale Nähe sind unterschiedliche Gegenstände. Erst die genaue Frage zeigt, was eine Untersuchung tatsächlich erfasst.

Ehebruch und Untreue unterscheiden →

Eine Gruppenquote beschreibt keine Person

Aus einer Prozentzahl lässt sich weder die Treue Ihrer Partnerin oder Ihres Partners ablesen noch ein Verdacht bestätigen. Eine Statistik ersetzt kein Gespräch über konkrete Beobachtungen und Vereinbarungen.

Beobachtungen vorsichtig einordnen →

Studien vergleichen

Gleiche Prozentzeichen bedeuten nicht gleiche Fragen.

Prüfen Sie bei jedem Vergleich Land, Altersbereich, Zielgruppe, Befragungszeitraum, Auswahl der Teilnehmenden und den genauen Wortlaut. Eine große Stichprobe allein macht eine Umfrage noch nicht repräsentativ.

Auch die Art der Befragung und die Gewichtung sind relevant. Angaben zu sensiblen Themen können davon abhängen, wie gefragt wird. Ein Unterschied zwischen zwei Veröffentlichungen belegt deshalb noch keinen gesellschaftlichen Trend.

Methodischer Bezug: AAPOR: Best Practices for Survey Research (englisch).

Für Österreich heißt das: Ein Ergebnis aus Deutschland wird durch eine deutschsprachige Veröffentlichung nicht zu einer österreichischen Zahl. Eine Jugendstudie beschreibt nicht automatisch alle Erwachsenen.

Männer und Frauen: Vergleiche und ihre Grenzen →

Amtliche Kontextdaten · Berichtsjahr 2025

Scheidungen zählen etwas anderes.

Rechtskräftige Ehescheidungen

15.217

Von Statistik Austria für Österreich im Jahr 2025 ausgewiesen.

In beiderseitigem Einvernehmen

87,1 %

Anteil an allen Ehescheidungen 2025. Die Verfahrensart bezeichnet keinen persönlichen Trennungsgrund.

Quelle: Statistik Austria, endgültige Ergebnisse 2025, veröffentlicht am 22.05.2026 (PDF).

Aus diesen Angaben lässt sich weder die Häufigkeit von Untreue noch ihr Anteil an gescheiterten Beziehungen berechnen. Insbesondere dürfen einvernehmliche Scheidungen nicht mit Trennungen ohne Untreue gleichgesetzt werden.

Ob Untreue im Einzelfall rechtliche Bedeutung hat, ist eine eigene Frage. Eine Umfrage entscheidet weder über einen Scheidungsgrund noch über Unterhaltsansprüche.

Quellen & Transparenz

Nachlesen statt nacherzählen.

Diese Seite ordnet ausgewählte Originalveröffentlichungen ein. Sie ist keine vollständige Bestandsaufnahme aller Studien.

Kein KI-Einheitsbrei.

Wir nennen Datenherkunft und Grenzen direkt bei den Zahlen. Ein Umfrageergebnis wird hier weder zur amtlichen Statistik noch zum Beweis für Ihre eigene Beziehung umgedeutet.

Ehrliche Einordnung, keine Garantien.

Zahlen können Orientierung geben. Sie garantieren keine persönliche Einschätzung und nehmen Ihnen keine Entscheidung ab. Manchmal ist eine weitere Prozentzahl für die eigene Frage schlicht nicht hilfreich.

  1. Parship: Untreue-Studie – kommerziell beauftragte Befragung; Ergebnis und Methodenkurzangaben.
  2. Statistik Austria: Ehescheidungen 2025 (PDF) – amtliche Kontextdaten.
  3. AAPOR: Best Practices – methodische Orientierung, keine österreichischen Untreuedaten.

Häufige Fragen

Fremdgehen in Österreich: Zahlen richtig verstehen.

Wie viele Menschen gehen in Österreich fremd?

Die hier vorgestellte Parship-/Marketagent-Befragung von 2022 berichtet 25 Prozent mit eigener früherer Untreue. Das ist keine aktuelle jährliche Fremdgehquote.

Ergebnis und Stichprobe
Ist die Umfrage eine amtliche Statistik?

Nein. Es handelt sich um eine kommerziell beauftragte Befragung. Die amtliche Scheidungsstatistik erfasst einen anderen Gegenstand und liefert aus den hier genannten Kennzahlen keine Fremdgehquote.

Quellen unterscheiden
Gibt es hier eine Fremdgehquote für 2026?

Nein. Das Datum der Quellenprüfung ist kein Erhebungsjahr. Eine ältere Befragung wird durch ihre erneute Veröffentlichung oder Verlinkung nicht zu einer aktuellen Messung.

Den Erhebungszeitraum prüfen
Gehen Männer oder Frauen in Österreich öfter fremd?

Ein pauschaler Unterschied wird hier nicht behauptet. Ein sinnvoller Vergleich braucht eine gemeinsame Datengrundlage mit passender Zielgruppe, gleichem Zeitraum und gleicher Frage.

Geschlechtervergleiche einordnen
Zeigt die Scheidungsstatistik, wie viele Ehen an Untreue scheitern?

Aus den hier angeführten Scheidungszahlen lässt sich das nicht ableiten. Weder die Zahl rechtskräftiger Scheidungen noch der Anteil einvernehmlicher Verfahren benennt diesen persönlichen Trennungsgrund.

Scheidungsdaten verstehen
Kann ich aus der Statistik mein persönliches Risiko ableiten?

Nein. Eine Gruppenquote bestätigt keinen Verdacht gegen eine bestimmte Person. Für Ihre Beziehung sind konkrete Beobachtungen, Absprachen und ein Gespräch entscheidender als eine allgemeine Prozentzahl.

Persönliche nächste Schritte

Passend zu Ihrer Frage

Zahlen vertiefen oder persönlich weiterdenken.

Weitere Vergleiche finden Sie im Statistikbereich. Wenn Sie selbst betroffen sind, beginnt die nächste Frage bei Ihrer Situation.