Welcher Zeitraum?
„Jemals“, „in der aktuellen Beziehung“ und „in den vergangenen zwölf Monaten“ sind unterschiedliche Bezugszeiträume. Solche Angaben dürfen nicht gleichgesetzt werden.
Männer, Frauen & Studien
Eine häufige Frage, die eine genaue Antwort verdient. Entscheidend ist, was eine Untersuchung erfasst und auf wen sich ihre Ergebnisse beziehen.
Studienbeispiel aus Deutschland · Keine aktuelle Fremdgehquote für Österreich

Die kurze Antwort
In den ausgewerteten deutschen GeSiD-Daten berichteten Männer häufiger von sexuellen Außenkontakten als Frauen. Daraus folgt keine allgemeingültige Rangfolge für alle Beziehungsformen, Zeiträume oder Länder.
Quelle: GeSiD-Zwischenbericht, Abschnitt 6.2, Seite 27 (PDF).
GeSiD · Deutschland · Erhebung 2018/2019
Originalquelle: GeSiD-Zwischenbericht, Seite 27; Erhebung Oktober 2018 bis September 2019, Methodik auf Seite 8. Eigene grafische Darstellung der veröffentlichten Werte. Die Balken verwenden dieselbe Skala von 0 bis 100 %.
„Öfter“ meint hier den höheren Anteil berichtender Personen. Der Vergleich zählt nicht, wie viele einzelne Kontakte jemand hatte.
Begriffe sauber trennen
Für diese Seite unterscheiden wir zwischen einem sexuellen Kontakt außerhalb einer Beziehung und dem Bruch einer vereinbarten Grenze. Bei einvernehmlich offenen Beziehungen muss beides nicht zusammenfallen.
Der GeSiD-Bericht berücksichtigt auch Vereinbarungen, die Sex mit Dritten erlauben. Die dargestellten Werte sollten deshalb nicht als Quote nachgewiesener heimlicher Affären bezeichnet werden.
Ebenso sind sexuelle Kontakte, emotionale Nähe und heimliche Nachrichten nicht dasselbe. Eine Zahl zu einem dieser Bereiche beantwortet nicht automatisch die Frage nach den anderen.
Was den Vergleich begrenzt
„Jemals“, „in der aktuellen Beziehung“ und „in den vergangenen zwölf Monaten“ sind unterschiedliche Bezugszeiträume. Solche Angaben dürfen nicht gleichgesetzt werden.
Land, Alter, Beziehungsstatus und Auswahlverfahren bestimmen, auf welche Gruppe eine Untersuchung bezogen werden kann.
Befragungen erfassen Angaben von Menschen. Formulierung, Erinnerung und sozial erwünschte Antworten können Ergebnisse beeinflussen.
Ein Unterschied zwischen Gruppen erklärt für sich genommen keine Ursache. Aus den Prozentwerten allein folgt keine biologische oder charakterliche Begründung.
Methodische Orientierung: AAPOR: Best Practices for Survey Research (Englisch). Diese Seite zeigt einen ausgewählten Befund, keine systematische Übersicht aller Studien.
Einordnung für Österreich
Das Studienbeispiel beantwortet die Frage nicht unmittelbar für Österreich. Ein ähnlicher Sprach- oder Kulturraum ersetzt keine passende Datengrundlage.
Für diese Seite wurde keine aktuelle, methodisch geprüfte österreichische Vergleichsstudie hinterlegt. Damit behaupten wir weder eine konkrete Österreich-Quote noch, dass es grundsätzlich keine Untersuchungen dazu gibt.
Auch die österreichische Scheidungsstatistik löst diese Frage nicht: Eine Scheidung belegt für sich genommen keinen Ehebruch.
Für die eigene Beziehung
Ein Gruppenvergleich ist kein Nachweis für das Verhalten einer bestimmten Person. Er rechtfertigt weder einen Verdacht allein aufgrund des Geschlechts noch gibt er Sicherheit über eine einzelne Beziehung.
Wenn Sie eine konkrete Beobachtung beschäftigt, hilft eine andere Frage weiter: Was wissen Sie tatsächlich, was vermuten Sie und was möchten Sie klären?
Keine erfundene Österreich-Zahl und kein aus mehreren Umfragen zusammengerechneter Durchschnitt. Die Darstellung verweist auf eine konkrete Originalveröffentlichung.
Keine Prognose für Ihre Beziehung und keine Rangliste der Vertrauenswürdigkeit. Wenn Sie einen persönlichen Verdacht klären möchten, brauchen Sie dafür keine pauschale Geschlechterquote.
Quellenprüfung: 01.10.2026. Die Recherche ist keine umfassende Literaturübersicht. Ein Prüfdatum aktualisiert nicht das Erhebungsjahr einer Studie.
Häufige Fragen
Im dargestellten deutschen Studienbeispiel: Männer. Für Österreich leiten wir daraus keine Quote ab.
Zum StudienvergleichNein. Maßgeblich ist der direkt bei der Grafik angegebene Bezugszeitraum.
Den Bezugszeitraum nachlesenNein. Ein Kontakt außerhalb einer Beziehung und ein Bruch vereinbarter Grenzen sind zu unterscheiden. Einvernehmlich offene Beziehungen zeigen, warum die Begriffe nicht automatisch gleichbedeutend sind.
Begriffe unterscheidenNicht ohne Weiteres. Das verwendete Beispiel stammt aus Deutschland. Für eine Aussage über Österreich wäre eine passende österreichische Datengrundlage erforderlich.
Zum Österreich-RatgeberNein. Ein beobachteter Gruppenunterschied liefert allein keine Erklärung seiner Ursachen und rechtfertigt keine pauschale Aussage über den Charakter einzelner Personen.
Grenzen verstehenSie erlauben keine Feststellung darüber, ob Ihre Partnerin oder Ihr Partner fremdgeht. Eine konkrete Beziehung lässt sich nicht durch einen allgemeinen Gruppenvergleich beurteilen.
Zu Untreue und BeziehungWeiterlesen
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