Zur Einordnung des Vergleichs

Männer, Frauen & Studien

Wer geht öfter fremd –
Männer oder Frauen?

Eine häufige Frage, die eine genaue Antwort verdient. Entscheidend ist, was eine Untersuchung erfasst und auf wen sich ihre Ergebnisse beziehen.

Studienbeispiel aus Deutschland · Keine aktuelle Fremdgehquote für Österreich

Die kurze Antwort

Im gezeigten Studienbeispiel: Männer.

In den ausgewerteten deutschen GeSiD-Daten berichteten Männer häufiger von sexuellen Außenkontakten als Frauen. Daraus folgt keine allgemeingültige Rangfolge für alle Beziehungsformen, Zeiträume oder Länder.

Quelle: GeSiD-Zwischenbericht, Abschnitt 6.2, Seite 27 (PDF).

GeSiD · Deutschland · Erhebung 2018/2019

Ein konkreter Befund statt einer pauschalen Behauptung.

Sexuelle Außenkontakte in der damals bestehenden festen Beziehung

Männer23 %
Frauen13 %
Selbstberichtete Erfahrungen der zum Befragungszeitpunkt in einer festen Beziehung lebenden Personen. Bezug: mindestens einmal in dieser Beziehung, nicht ausschließlich im letzten Jahr. Kein Österreich-Ergebnis.

Originalquelle: GeSiD-Zwischenbericht, Seite 27; Erhebung Oktober 2018 bis September 2019, Methodik auf Seite 8. Eigene grafische Darstellung der veröffentlichten Werte. Die Balken verwenden dieselbe Skala von 0 bis 100 %.

„Öfter“ meint hier den höheren Anteil berichtender Personen. Der Vergleich zählt nicht, wie viele einzelne Kontakte jemand hatte.

Begriffe sauber trennen

Außenkontakt ist nicht automatisch Treuebruch.

Für diese Seite unterscheiden wir zwischen einem sexuellen Kontakt außerhalb einer Beziehung und dem Bruch einer vereinbarten Grenze. Bei einvernehmlich offenen Beziehungen muss beides nicht zusammenfallen.

Der GeSiD-Bericht berücksichtigt auch Vereinbarungen, die Sex mit Dritten erlauben. Die dargestellten Werte sollten deshalb nicht als Quote nachgewiesener heimlicher Affären bezeichnet werden.

Ebenso sind sexuelle Kontakte, emotionale Nähe und heimliche Nachrichten nicht dasselbe. Eine Zahl zu einem dieser Bereiche beantwortet nicht automatisch die Frage nach den anderen.

Was den Vergleich begrenzt

Vier Fragen gehören zu jeder Zahl.

Welcher Zeitraum?

„Jemals“, „in der aktuellen Beziehung“ und „in den vergangenen zwölf Monaten“ sind unterschiedliche Bezugszeiträume. Solche Angaben dürfen nicht gleichgesetzt werden.

Welche Befragten?

Land, Alter, Beziehungsstatus und Auswahlverfahren bestimmen, auf welche Gruppe eine Untersuchung bezogen werden kann.

Welche Erhebungsmethode?

Befragungen erfassen Angaben von Menschen. Formulierung, Erinnerung und sozial erwünschte Antworten können Ergebnisse beeinflussen.

Welche Erklärung?

Ein Unterschied zwischen Gruppen erklärt für sich genommen keine Ursache. Aus den Prozentwerten allein folgt keine biologische oder charakterliche Begründung.

Methodische Orientierung: AAPOR: Best Practices for Survey Research (Englisch). Diese Seite zeigt einen ausgewählten Befund, keine systematische Übersicht aller Studien.

Einordnung für Österreich

Deutsche Daten sind keine österreichische Quote.

Das Studienbeispiel beantwortet die Frage nicht unmittelbar für Österreich. Ein ähnlicher Sprach- oder Kulturraum ersetzt keine passende Datengrundlage.

Für diese Seite wurde keine aktuelle, methodisch geprüfte österreichische Vergleichsstudie hinterlegt. Damit behaupten wir weder eine konkrete Österreich-Quote noch, dass es grundsätzlich keine Untersuchungen dazu gibt.

Auch die österreichische Scheidungsstatistik löst diese Frage nicht: Eine Scheidung belegt für sich genommen keinen Ehebruch.

Für die eigene Beziehung

Kein Prozentwert kennt Ihre Partnerin oder Ihren Partner.

Ein Gruppenvergleich ist kein Nachweis für das Verhalten einer bestimmten Person. Er rechtfertigt weder einen Verdacht allein aufgrund des Geschlechts noch gibt er Sicherheit über eine einzelne Beziehung.

Wenn Sie eine konkrete Beobachtung beschäftigt, hilft eine andere Frage weiter: Was wissen Sie tatsächlich, was vermuten Sie und was möchten Sie klären?

Quellen & Transparenz

Ein belegter Vergleich. Mit sichtbaren Grenzen.

Kein KI-Einheitsbrei.

Keine erfundene Österreich-Zahl und kein aus mehreren Umfragen zusammengerechneter Durchschnitt. Die Darstellung verweist auf eine konkrete Originalveröffentlichung.

Ehrliche Einordnung, keine Garantien.

Keine Prognose für Ihre Beziehung und keine Rangliste der Vertrauenswürdigkeit. Wenn Sie einen persönlichen Verdacht klären möchten, brauchen Sie dafür keine pauschale Geschlechterquote.

Quellenprüfung: 01.10.2026. Die Recherche ist keine umfassende Literaturübersicht. Ein Prüfdatum aktualisiert nicht das Erhebungsjahr einer Studie.

Häufige Fragen

Männer, Frauen und Fremdgehen kurz eingeordnet.

Wer geht öfter fremd – Männer oder Frauen?

Im dargestellten deutschen Studienbeispiel: Männer. Für Österreich leiten wir daraus keine Quote ab.

Zum Studienvergleich
Beziehen sich die Prozentwerte auf das letzte Jahr?

Nein. Maßgeblich ist der direkt bei der Grafik angegebene Bezugszeitraum.

Den Bezugszeitraum nachlesen
Sind sexuelle Außenkontakte immer heimliche Affären?

Nein. Ein Kontakt außerhalb einer Beziehung und ein Bruch vereinbarter Grenzen sind zu unterscheiden. Einvernehmlich offene Beziehungen zeigen, warum die Begriffe nicht automatisch gleichbedeutend sind.

Begriffe unterscheiden
Kann ich diese Zahlen auf Österreich übertragen?

Nicht ohne Weiteres. Das verwendete Beispiel stammt aus Deutschland. Für eine Aussage über Österreich wäre eine passende österreichische Datengrundlage erforderlich.

Zum Österreich-Ratgeber
Beweisen Unterschiede, dass ein Geschlecht von Natur aus untreuer ist?

Nein. Ein beobachteter Gruppenunterschied liefert allein keine Erklärung seiner Ursachen und rechtfertigt keine pauschale Aussage über den Charakter einzelner Personen.

Grenzen verstehen
Sagen die Zahlen etwas über meine Beziehung aus?

Sie erlauben keine Feststellung darüber, ob Ihre Partnerin oder Ihr Partner fremdgeht. Eine konkrete Beziehung lässt sich nicht durch einen allgemeinen Gruppenvergleich beurteilen.

Zu Untreue und Beziehung

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